Temudschin und die Niederwerfung des Choresm-Reiches.
Sein letzter Feldzug (1216 - 1227).
Dschingis Khan hatte nun alles erreicht, was
er wohl im Vorhinein geplant hatte. Die mongolische Steppe unterstand seinem
alleinigen Befehl, ebenso wie alle Anrainer (Kereit, Naiman, u.a.). Auch
die Chinesen, denen man zuvor tributpflichtig gewesen war, waren niedergeworfen
worden. Schon immer hatten die reichen Kin die Mongolen angezogen, der
Reichtum der Städte war für die Nomaden immer eine Art Mythos
gewesen.
Für den Khan wird es ab jetzt eher um Konsolidierung des Gewonnenen
gegangen sein, als um weitere Eroberungen. Eine tatsächliche Bedrohung
entstand durch Kütschlüg, einem Sohn des letzten naimanischen
Tajangs. Dieser versicherte sich der Hilfe von Sultan Muhammed II. von
Choresm, welcher ihn auf den Thron von Kara-Kitai hob, ein direkt an
Temudschins Reich grenzendes Gebiet. Kütschlüg, wie die meisten
Naiman ein nestorianischer Christ, konvertierte zum Buddhismus und malträtierte
trotz seines Schutzherren die überwiegend muslimische Bevölkerung
Kara-Kitais.
Um die Bedrohung durch einen auf Rache sinnenden Feind (Kütschlüg
sammelte Truppen, vor allem ehemalige Naiman) zu beenden, sendete Temudschin
1218, während er selbst sich wieder in der Mongolei befand, Dschebe
mit 20.000 Kriegern aus. Im Gegensatz zu dem Despoten beachtete Dschebe
religiöse Gebote und brachte dem islamischen Klerus Achtung entgegen.
Ohne die Unterstützung in der Bevölkerung unterlag Kütschlüg,
welcher auf der Flucht getötet wurde.
Nun wurde Dschingis Khan immer unterstellt, er hätte immer schon
nach der Weltherrschaft gestrebt und so war es nur natürlich, daß
er sich gegen die Choresmer wendete. Dies entspricht allerdings nicht den
Tatsachen, denn tatsächlich provozierte Sultan Muhammed den Krieg
- welchem er, nebst seinem Reich, zum Opfer fallen würde. Informationen
über die Mongolen wird er über diverse Händlerkarawanen
erhalten haben. Diese berichteten ihm wohl kaum mehr, als daß die
Mongolen Reiternomaden ohne Städte, Kultur und Taktik waren. Noch
dazu waren sie weniger zahlreich, als die Choresmer. Diese befanden sich
nämlich auf dem Höhepunkt ihrer Macht, wenn auch erst seit drei
Jahren. In dieser Zeit hatte Sultan Muhammed nämlich seinem Reich
Afghanistan hinzugefügt, womit es sich vom Aralsee, bis Kabul und
Nischapur erstreckte. Der ferne Dschingis Khan, getrennt durch Wüsten
und unpassierbare Gebirge, schien für Muhammed keine Bedrohung zu
sein.
Tatsächlich suchte Temudschin zuerst nichts
Anderes als Frieden (schließlich hatte er in China noch genug Arbeit
zu vollrichten). So rüstete er eine reiche Handelskarawane inklusive
diplomatischer Gesandte aus und schickte diese in das Reich des Sultans,
dem er mitteilen ließ, er erkenne ihn als Herrscher des Westens an,
wenn er als Herrscher des Ostens anerkannt werde.
In Otrar, einer Grenzfestung, angekommen, wurde die Karawane vom ansässigen
Stadtkommandanten überfallen und die mongolischen Gesandten hingerichtet.
Offenbar hatte Sultan Muhammed dies angeordnet, denn es ist unwahrscheinlich,
daß ein simpler Stadtkommandeur auf eigene Faust handelte. Dies stellte
allerdings ein ernstzunehmendes Verbrechen dar, da nicht nur der gute Wille
des Khans mit Füßen getreten, sondern auch das Gastrecht vergewaltigt
worden war. Man kann Temudschin etlicher tausend Tode beschuldigen (von
denen die meisten noch kommen würden), allerdings hatte er recht genaue
Vorstellungen von Ehre. Also überließ er China seinem Feldherren
Muchali und organisierte selbst den gewaltigen Militärschlag gegen
den Westen. Bevor er loszog, mußte er allerdings eine Sache klären,
nämlich seine Nachfolge (immerhin war Temudschin mittlerweile über
55 und offenbar ergraut). Bisher hatte sich der Herrscher immer geweigert,
über dieses Thema zu sprechen - aber Yisui, eine seiner Haupt- und
wohl auch Lieblingsfrauen, sprach ihn bei einem Festgelage direkt darauf
an. Der Khan, für seine Rachsucht ebenso bekant, wie für seine
Einsicht, erkannte die tiefere Weisheit der Worte seiner Frau und bewies
sogleich, daß er sich durchaus schon Gedanken um seine Nachfolge
gemacht hatte. So fragte er Dschotschi als seinen ältesten Sohn in
Anwesenheit seiner Brüder als ersten, wen er für die Nachfolge
vorschlüge. Der "Gast" kam zu keiner Antwort, denn Chagadai, der zweitjüngste
Sohn Bürtes, schalt seinen Bruder sogleich als Merkitenbastard und
schloß ihn somit von der Nachfolge aus. Dschotschi drohte mit dem
Messer, es kam zu einem Gerangel, aus dem sich schließlich beide
ein blaues Auge abgeholt haben mögen und unversöhnlich nebeneinanderstanden.
Dann schlugen sie die Lösung vor, welche dem Khan von Beginn an vorgeschwebt
haben muß, er aber zur Sicherheit aus den Mündern der beiden
älteren Brüder formuliert wissen wollte. Ugedei, der dritte Sohn,
sollte Temudschin als Großkhan nachfolgen, jeder seiner drei weiteren
Brüder weite Teilgebiete als "Unterkhane" erhalten. Im Großen
und Ganzen funktionierte diese Regelung später auch.
Mit 150.000 Mann zog Temudschin durch eine glühende Wüste,
ein Unternehmen, was der Sultan kaum für möglich gehalten haben
dürfte. Eine zweite, kleine Heeressäule von ca. 10.000 Mann überquerte
die als unpassierbar geltenden Gebirgszüge. Der Sultan organisierte
sein Heer, wobei man davon ausgehen kann, daß er nominell über
250.000 wohl ausgebildete Soldaten verfügen konnte - allein er hätte
wissen müßen, daß Theorie und Praxis weit auseinanderlagen.
Sein Reich war noch lange nicht zu einer Nation gewachsen, die frisch unterworfenen
Völker leisteten nur ungern Heeresfolge. Die Adelsfamilien intrigierten
und konkurrierten gegen die islamisierte Turkfamilie des Herrscherhauses
Muhammeds. Selbst islamische Sekten und Glaubensrichtungen, ebenso wie
die Christen paktierten gegen den choresmischen Scheich.
Als der Khan im Herbst 1219 einfiel, muß
dem Sultan klar gewesen sein, daß er einer offenen Schlacht kaum
gewachsen sein dürfte. Vor Otrar gab der Khan die Parole aus, die
für den ganzen Krieg gelten sollte: Wer sich unterwarf, wurde geschont,
wer Widerstand leistete, fiel der Vernichtung anheim. Nach 5 Monaten Belagerung
ergab sich Otrar und wurde gemäß dem Motto zerstört; der
verräterische Stadtkommandant, welcher den Krieg mit seinem Verbrechen
ausgelöst hatte, hingerichtet. Schon im Februar 1220 stand der Khan
vor Buchara, eine der Hauptstädte Choresmiens. Sultan Muhammed scheute
weiterhin eine Schlacht, weshalb er es versäumte, die Stadt zu entsetzen.
So ergab sich die Bevölkerung und nur die 400 Widerstand leistenden
Türken wurden hingerichtet. Dennoch entging die Stadt nicht einer
vollständigen Plünderung.
Eigentlich ging der schlaue Dschingis Khan immer vorsichtig mit den
vorherrschenden Religionen um. Er achtete und schützte diese sogar
und sicherte absolute Religionsfreiheit in den von ihm beherrschten Gebieten
zu. Laut islamischer Propaganda ließ er sich aber in Buchara zu folgendem
Verhalten hinreißen: Zu Pferde ritt er in die Hauptmoschee Bucharas
ein, in welche sich viele örtliche Würdenträger geflüchtet
hatten. Von der Kanzel des Gotteshauses verkündete er, er sei "die
Geißel Gottes", woraufhin er die Stadt verwüsten ließ.
Diese Geschichte scheint aber aus den oben genannten Gründen in das
Reich der Legenden zu gehören, auch wenn der bucharischen Bevölkerung
Repressalien wohl kaum erspart blieben. Überhaupt war der Khan sehr
wählerisch, wen er "vernichten" ließ und wen nicht. So blieb
der örtliche Klerus meistens unangetastet, aber auch Künstler,
Handwerker, Spezialisten und Gelehrte wurden verschont, wenn der Rest der
Bevölkerung ausgerottet wurde. Diese Männer wurden gefangengenommen
und deportiert und dienten den Mongolen als Sklaven und Kulturspender.
Im April 1221 stand Temudschin vor Urgentsch, die alte Hauptstadt Choresmiens.
Die Stadt leistete Widerstand - ein dummer Fehler. Bis auf die genannten
Bevölkerungsgruppen wurden die Bewohner hingerichtet, die Stadt anschließend
mit den Wassern des Amu-Darja überflutet. Muhammed hatte offenbar
die Schnauze voll und floh ans Kaspische Meer. Auf einer Insel starb er
noch im Frühjahr 1221 an Entkräftung.
Der Krieg wäre jetzt schon zuende gewesen,
hätte Muhammed nicht einen äußerst kompetenten Sohnemann
in die Welt gesetzt. Dieser hatte sich in Afghanistan eine fähige
kleine Armee zusammengebaut und verpaßte einer mongolischen Heeresgruppe
unter Schigiqutuqu blutige Nasen. Dies ließ sich der Khan nicht gefallen
und verwüstete daraufhin das Land. Dabei ging er mit äußerster
Härte vor: Bei Schlachten oder Belagerungen wurden Gefangene oder
Bauern, derer man habhaft geworden war, ebenso wie Frauen, Kinder und Alte,
den mongolischen Truppen als menschliche Schutzschilder vorwegpositioniert.
Die Großstädte und Kulturzentren Nischapur, Merw, Herat und
weitere wurde zerstört und ihre Bevölkerungen im Regelfalle ausgerottet.
Bei der Belagerung von Bamian fiel ein Enkel Dschingis Khans, woraufhin
alles Leben in der Stadt ausgelöscht wurde und sogar die Beute verbrannt
wurde.
Die Verfolgung von Muhammeds Sohn Dschalal ad-Din übernahm der
Khan persönlich: Bis an die Ufer des Indus trieb er Dschalal, wobei
er jeden, der dumm genug war, Widerstand zu leisten, gnadenlos zerschmetterte.
Schließlich stellte man Muhammeds Sohn und schlug seine Truppe in
einer blutigen Schlacht. Dschalal war allerdings niemand, der leicht aufgab:
anstatt den Heldentod zu sterben, stürzte er sich mit einigen Gefährten
zu Pferde in den Indus und überlebte schwimmend. Erst von den Erben
des Khans würde er zur Strecke gebracht werden.
Kopfschüttelnd muß der Khan dem todesmutigen Dschalal hinterhergesehen
haben. Als er an seine streitsüchtigen ältesten Söhne Dschotschi
und Chagadai dachte, oder an die Trunksucht der beiden jüngeren Uhgedei
und Tolui, ließ er sich zu der Bemerkung hinreißen: Nur solche
Söhne müßte ein Vater haben.
Die Unterwerfung Choresmiens war komplett, ebenso wie die Verwüstung
und Vernichtung der islamischen Kulturhochburg. Der Khan, der zum ersten
Mal die Müdgkeit des Alters gespürt haben mag, ließ es
von nun an ruhiger angehen und schlug zuerst ein Lager am Indus auf. Von
dem mit ihm reisenden chinesischen Gelehrten Yeh-lü Chu-tsai hatte
er von dem alten taoistischen Gelehrten Changsum gehört, welcher in
China weilte und das Geheimnis ewigen Lebens kennen sollte. Trotz dessen
Alters befahl ihn Temudschin in sein Lager, während Dschebe und Subutai
nach Europa vorstießen.
Die beiden erfahrenen Feldherren, welche wohl kaum ohne Befehl des
Khans handelten, durchzogen russische, ungarische und ukrainische Gebiete.
Eine russische, wie auch eine georgische Streitmacht fiel ihnen zum Opfer,
wobei sie sich nicht scheuten, Verrat anzuwenden. Sie erkundeten
die Krim und verwüsteten genuesische Niederlassungen. Gegen 1224 kehrte
Subutai zurück und berichtete dem Khan von den weiten Gebieten und
Reichen im Westen - Dschebe war bei einer letzten erfolgreichen Schlacht
gefallen. Temudschin befahl zwar, daß auch der Rest der Welt unterworfen
werden sollte, er aber kam nicht mehr dazu - erst Ugedei würde den
Versuch unternehmen.
Der Khan, welcher von Changsum zwar viel Weisheit (ein taoistisches
Kloster wurde nach dem Wunsch Temudschins auch nach dessen Tod aus Dankbarkeit
erbaut), nicht aber das Geheimnis des ewigen Lebens erhalten hatte, kehrte
langsam in die Mongolei zurück (1225). Doch auch diesmal hielt es
ihn nicht lange bei Bürte, denn die Tangut hatten ihn erzürnt.
Bei dem Aufbruch in den Westen hatten sie die Heeresfolge verweigert ("Wenn
du nicht genügend Truppen hast, so bist du auch kein mächtiger
Herrscher!") und nach dem Tode Muchalis 1223 sich offen einer Rebellion
gegen den Khan angeschlossen.
Schon 1226 brach der Khan zusammen mit seiner
Lieblingsfrau Yisui zu seinem letzten Feldzug auf. Angeblich passierte
es auf der Jagd: Temudschins Rotschimmel scheute, der Khan fiel hinunter.
Offenbar hatte er sich eine gefährliche innere Verletzung zugezogen
und verbrachte die nächste Nacht im Fieber. Man beschloß, den
Tangut eine Nachricht zukommen zu lassen, in welcher die Möglichkeit
auf Frieden angedeutet wurde. Der Ministerpräsident des Tanguten-Königs
Burhan, Asagambu, gab dem Khan erneut eine verächtliche Antwort.
In den folgenden Monaten, in welchen der Khan unglaubliche Schmerzen
litt, ordnete er einen totalen Vernichtungsfeldzug an, so als könne
dieser seine Schmerzen lindern. Bis Sommer 1227 waren die Tangut am Ende:
ihr König Burhan ergab sich um Gnade flehend dem Khan. Dieser im Sterben
liegende Herrscher war jedoch alles andere als huldvoll gestimmt und so
befahl er die Hinrichtung Burhans inklusive seiner Familie.
Noch auf dem Totenbett gab der Khan einen letzten furchtbaren Befehl:
"Vernichten!". Damit meinte er die Tangut und so tilgten seine Krieger
dieses Volk nach dem Tode des Khans aus dem Antlitz der Geschichte. Aber
dies war sein letzter Befehl gewesen, denn im August (18.8.?) 1227 starb
der Khan mit 65 Jahren. Beigesetzt wurde sein Leichnam nach einer
längeren Reise in der inneren Mongolei, offenbar in der Nähe
seines heiligen Berges, auf welchem er vor jedem Feldzug gebetet hatte
und welcher ihm in der Jugend Zuflucht gewesen war.
Es war Bürte, welche die Lager der Mongolen
vorläufig zusammenhielt. 1229 folgte ein Kuriltai, auf welchem die
Nachfolge des Khans seinen Wünschen gemäß geregelt wurde.
Ugedei wurde Hauptkhan und unterwarf in den folgenden Jahren Gesamt-China.
Tolui wurde Bewahrer der mongolischen Stammlande und Ugedeis Feldherr.
Dschotschi erhielt die westlichen Gebiete; da er bald verstarb, war
es sein Sohn Batu-Khan, der das Reich der "Goldenen Horde" gründete,
welches, zu Recht, Schrecken in ganz Europa verbreitete. Noch zu Ugedeis
Zeit fielen die Mongolen in Europa ein, schlugen ein Heer des Deutschen
Ordens und der Polen vernichtend, ebenso wie ein ungarisches Ritterheer.
Der Tod Ugedeis (wahrscheinlich verursacht durch dessen Trunksucht) in
seiner heute nahezu verschwundenen Hauptstadt Karakorum 1241 beendete die
mongolischen Eroberungszüge im Inneren Europas. Rußland fiel
Batu-Khan allerdings dennoch zu, wo er das Reich der wikingischen Waräger
beendete, womit auch alle kulturellen Anbindungen an den Westen für
zwei Jahrhunderte unterbrochen wurden.
Insgesamt herrschten die Mongolen noch zweihundert Jahre über
ein gewaltiges Reich - allerdings zerstritten sich schon die Enkel Temudschins.
Dabei setzten sich vor allem Toluis Söhne durch. Bald islamisierten
sich Teile der Mongolen oder, je nach Herkunft, sinisierten sie sich. Nach
einiger Zeit versank das ehemalige Hauptreich, die zentrale Mongolei, wieder
in die Bedeutungslosigkeit, das Erbe des Dschingis Khan zerfiel im Laufe
der Zeit. Ab dem 17. Jahrhundert wurden die Mongolen bedeutungslos.
Dschingis Khan war für einen Barbaren sicherlich
alles andere als gewöhnlich. Er verband militärisches Talent
und einen Hang zur Philosophie. Dies hinderte ihn nicht daran, Millionen
zu vernichten. Er war Staatsgründer und Nationsspender, aber dennoch
hatte er folgende Auffassung: "Das höchste Glück eines Mannes
ist es, den Feind zu verfolgen und zu besiegen. Wenn er dem Feind seinen
ganzen Besitz entrissen hat, seine Wallache reitet, wenn er die Ehefrauen
des Feindes schluchzen und weinen läßt und ihre Leiber nächtens
als Stütze benutzt, ihre rosafarbenen Brüste betrachtet...dann
erst ist ein Mann glücklich!"
In ihm konkurrierte die unbeständige und grausame Seele des Nomaden,
mit der er aufgewachsen war, mit der Neugier, die er gegenüber allem
Neuem hegte. Welteroberer wollte er wohl erst nach der Provokation des
Sultans Muhammed werden, obwohl ihm schon dann bewußt wurde, daß
er selbst wohl kaum mehr den Westen erobern konnte.
Die Jassa war sein Glanzstück - aber ihr Ziel war nicht die Gründung
einer mongolischen Nation, sondern die Festigung der Herrschaft und des
Rückhaltes des vom Khan installierten Militärapparates. Dennoch
war sie erfolgreich und die Nachfolgerreiche beriefen sich auf die unter
Anleitung Temudschins entstandene Jassa.
Temudschin war ein Nomade von außergewöhnlichem Format:
Mehrere Million dürften ihm zum Opfer gefallen sein, aber er schuf
eine neue Welt, in der sich vieles veränderte. Auch seine Mongolen
waren nach ihm nie wieder die selben. Ob er nun zum Guten oder zum Schlechten
wirkte, dies zu entscheiden, mag dem Leser überlassen sein.
Christian Ilaender, März 1999
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