Niccolò Machiavelli - Der Fürst


Christian Ilaender

9. September 1996

Freie Literatur

Im Rahmen der Freien Literatur sollen literarische und wissenschaftliche Texte aller Art der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht werden. Die Texte sind für den privaten Gebrauch bestimmt.

Hinweis:

Der folgende Text darf weitergegeben werden, solange die folgenden Regeln beachtet werden:
  1. Der Text darf nicht kommerziell genutzt werden.
  2. Der Text darf in keiner Weise verändert oder erweitert werden. Insbesondere darf dieser Hinweis nicht entfernt werden.
  3. Alle Rechte an dem folgenden Text verbleiben beim Autor des Textes. Ein Abdruck oder anderweitige Veröffentlichung bedarf unbedingt der Einwilligung des Autors.
Eigene Veröffentlichungen im Rahmen der Freien Literatur sollten im Aufbau diesem Dokument ähneln und insbesondere den obigen rechtlichen Hinweis und ein kurzes Vorwort enthalten.

Vorwort:

Bei dem folgenden Text handelt es sich um eine Zusammenfassung von Machiavellis Der Fürst. Ich, ein zwanzig jähriger Abiturient, der gerade seinen Zivildienst ableistet, habe Machiavellis Text mit eigenen Worten verkürzt, aber (hoffentlich) sinngemäß, wiedergegeben. Danken möchte ich meinem Bruder Stephan und Melanie Siegmann, die mir beim Verfassen und Abtippen des Textes geholfen haben. Mein Ziel ist es, dem geneigten Leser den oft zu unrecht verteufelten Machiavelli näherzubringen und ihn als Mann seiner Zeit (Renaissance) darzustellen.

Inhalt

Vorbemerkungen

Niccolò Machiavelli:
Geboren am 3.5.1469 in Florenz als Sohn eines Rechtsgelehrten. Beamtenlaufbahn im Dienst der Stadtrepublik Florenz. Dieses befreite sich 1494 vorläufig von der Herrschaft der Medici.

1497 wird Machiavelli in den Rat der Zehn gewählt, welcher dem Rat der Signorie, dem höchsten Organ, untergeordnet war. Später übernahm er dessen Vorsitz. Machiavellis Position führte viele Auslandsreisen im Namen Florenz mit sich, z.B. an den Hof der römischen Kurie, nach Frankreich zu Ludwig dem XII., zu Kaiser Maximilian (Haus Habsburg) oder zu italienischen Kleinfürsten wie Cesare Borgia. Nach 14 Jahren Tätigkeit im Dienste seiner Heimatstadt kehrten die Medici nach Florenz zurück. Sie warfen Machiavelli unter dem Vorwurf der Verschwörung ins Gefängnis und ließen ihn foltern. Schließlich stellte sich seine Unschuld heraus.

1513 wurde Machiavelli auf sein Landgut verbannt und begann im selben Jahr mit der Niederschrift von DERRST. Obwohl die Medici 1527 erneut aus Florenz vertrieben wurden, wurde er (da er der Kollaboration mit den Medici verdächtigt wurde) nicht wieder in den Staatsdienst aufgenommen. Er verstarb im selben Jahr. Außerdem entstanden in der Zeit von 1513 bis zu seinem Tode am 22.6.1527 noch mehrere andere Werke:
ABHANDLUNG ODER GESPRäCH üBER UNSERE SPRACHE, welche zum Ziel hatte, die toskanische Sprache als italienische Nationalsprache zu etablieren.
ABHANDLUNG üBER DIE ERSTEN 10 BüCHER DES TITUS LIVIUS, ein staatstheoretisches Werk mit Ähnlichkeiten und Unterschieden zu DERRST.
MANDRAGOLA, eine bissige Komödie.
L'ARTE DELLA GUERRA (DIE KRIEGSKUNST)
Und im Auftrag von Giulio de Medici (des späteren Papsts Clemens VII.) DIE GESCHICHTE VON FLORENZ.

Das Erscheinungsdatum von IL PRINCIPE (DERRST) ist 1532. Verfasst wurde der Text 1513.

Machiavellis DERRST ist im Laufe der Geschichte immer wieder, bewußt oder unbewußt, falsch interpretiert worden. Die abartigen Interpretationen von Machiavellis Werk lassen sich vergleichen mit der Pervertierung von Darwins Theorien. Zum Beispiel benutzten die Nazis eben diese beiden, um einen faschistischen Obrigkeitsstaat zu legitimieren.

Machiavellis Werk aber muß streng in seinem geschichtlichen Kontext gesehen werden. Er verfasste es im angehenden 16. Jahrhundert in Italien. Dieses war zerrissen in Kleinstaaten, Teilstaaten, Zwergkönigreiche, Fürstentümer und den Vatikanstaat. Verschiedene größere Staatsgebilde und mächtige Monarchen, wie der französische König Ludwig der XII. und der spanische König Ferdinand von Aragonien, versuchten in Italien einzufallen. Sie wollten sich Gebiete auf Kosten der ansässigen verfeindeten Geschlechter einverleiben. Machiavelli ist vordergründig von dem Nationalstaatsgedanken überzeugt.

Überschrift Kapitel 26: Aufruf zur Befreiung Italiens von den Barbaren
Dies war für seine Zeit geradezu visionär und revolutionär. Machiavelli wünschte sich nichts sehnlicher als einen italienischen Nationalstaat, der groß und mächtig genug war mit den anderen Großmächten, wie Frankreich, England, Spanien und der Habsburger Monarchie konkurieren zu können. Wie weit Machiavellis Gedankengut seiner Zeit voraus war, zeigt sich darin, daß sein Traum eines italienischen Nationalstaates erst in den Jahren von 1861-1870 durch Guiseppe Garibaldi verwirklicht wurde. Wären Machiavellis Ideen verwirklicht worden, hätte Italien sicherlich schon vor dieser Zeit eine bedeutendere Rolle spielen können.

Die Abhandlung DERRST war speziell an das zu der Zeit in Florenz regierende Geschlecht der Medici gerichtet. Dieses wurde zwar 1527 zum wiederholten male aus Florenz vertrieben, schwang sich aber ab 1551 zu Herzögen (bzw. ab 1569 Großherzögen) der Toskana auf. Dieses machtvolle Geschlecht stellte unter anderem 3 Päpste und 2 Königinnen von Frankreich (Katharina, welche die Bartholomäusnacht verursachte, und Maria) 1737 erlosch das Haus der Medici. Machiavelli gestand diesem Geschlecht die Chance zur Verwirklichung eines italienischen Nationalstaates zu.

,,So verharrt Italien immer noch in Todesstarre und Erwartung, bis der kommt, der es von seinen Schlägen heile, (...)``

,,Seht auch, wie es durchaus bereit und geneigt ist, einem Banner zu folgen, wofern es nur Einer begriffe. Es gibt aber gegenwärtig niemanden, auf den es mehr Hoffnung setzen könnte als auf euer berühmtes Geschlecht, (...), es könnte die Führung der Befreiung übernehmen``

Machiavelli drückt sich sehr nüchtern und unbeteiligt aus. Er verlangt vom Fürsten Handlungsweisen, die in unserer Zeit als unmenschlich und realitätsfern erscheinen. Man muß seine Ausdrucksweise aber unbedingt im Kontext seiner Zeit sehen. DERRST ist gedacht als eine Anleitung oder Gebrauchsanweisung zur Lebenserhaltung von Fürstenhäusern und Staatsgebilden. Warum also bedient sich Machiavelli einer trockenen, manchmal brutal anmutenden Ausdrucksweise?

Fürst wurde man in der Regel nicht aufgrund seiner Qualifikation, oder durch Wahl, so wie es uns heute selbstverständlich ist, sondern durch Geburt oder durch Gewalt. Hierfür nur das Beispiel der Medici, die aufgrund ihrer finanziellen und territoriellen Macht in Italien 3 Päpste stellen konnten, welche sich sicherlich nicht durch besondere Frömmigkeit für dieses heilige Amt auszeichneten. Allein ihre Herkunft machte sie zu Päpsten. Daraus muß man folgern, daß einem großen Teil aller Fürsten (weltlicher wie kirchlicher) wohl kaum alle nötigen Fähigkeiten, wie Charisma oder Führungsqualitäten, zur Erhaltung eines Fürstentums in die Wiege gelegt wurden. Darum konnten sich schlechte, unintelligente und brutale Fürsten, die wie auch immer zu ihrer Würde gekommen waren, nur durch Lügen, Betrügen, Verraten und Bestechen halten. Wenn also ein großer Teil der Fürsten anders nicht überlebensfähig waren, so mußten auch alle guten und fähigen Fürsten diese Mittel anwenden können, um zu überleben. Man lebte in einer Welt, in der ein jeder Fürst eifersüchtig danach trachtete sich selbst zu erhalten und sich nach Möglichkeit an Macht, Land und Leuten zu vergrößern. Unter den Fürstentümern und Monarchien herrschte das Prinzip von fressen und gefressen werden. Auch die niedrigeren Leute waren nach unseren heutigen Maßstäben nicht viel besser; da sie von den Großen extrem ausgenutzt wurden, suchten sie ihrerseits nach jeder sich bietenden Gelegenheit um die Großen auszunutzen oder sie zu Fall zu bringen. Deshalb kommt Machiavelli zu für uns heute eigenartigen Feststellungen, wie

,,Denn von den Menschen kann man im allgemeinen das sagen: Sie sind undankbar, wankelmütig, heuchlerisch, scheuen die Gefahr und sind gewinnsüchtig; (...)``, Kap.17
Machiavelli beschreibt tatsächlich nichts weiter, als die Zustände der Menschheit seiner Zeit und speziell seines Landes. Machiavelli ist nun aber nicht nur unbeteiligter Beobachter ohne moralische Bedenken. Er erscheint vielmehr als ein desillusionierter Idealist, der zwar alle guten Eigenschaften begrüßt und für wünschenswert hält, sie aber dem Überleben in seiner Welt unterordnet.
,,(...) [ich] behaupte, daß es gut ist für freigebig zu gelten. Aber die Freigebigkeit, die du übst und die nicht anerkannt ist, ist dir schädlich.``, Kap.16

,,So hat er mit seiner Freigebigkeit sehr viele beleidigt und nur wenige beglückt [wenn er durch seine Freigebigkeit höhere Steuern verlangen muß]; (...)``, Kap.16

,,(...), das jeder Fürst danach streben muß, für mitleidig und nicht für grausam zu gelten; (...)``, Kap.17

,,Daher kommt die Streitfrage, ob es besser sei, geliebt als gefürchtet zu werden oder umgekehrt. Ich antworte: Man sollte beides sein.``, Kap.17

Es läßt sich viel Zynismus in seiner Niederschrift erkennen, vor allem, wenn er von Cesare Borgia spricht, einem rücksichtslosen und machthungrigen Fürsten und Ursupator, der aber andererseits die Ansprüche seiner Zeit erfüllte und sehr erfolgreich war. Machiavellis Visionen (und dies sollten sie für Jahrhunderte bleiben) erfassen allerdings noch weitaus größere Dimensionen. Machiavelli toleriert zwar Grausamkeiten bei der Erschaffung und Sicherung eines neuen Staatsgebildes (wobei er immer die Vorstellung eines italienischen Nationalstaates vor Augen hat), lehnt sie jedoch bei erfolgter Stabilisierung ab.
,,Die Mühen, die sie bei der Eroberung der Herrschaft haben, kommen zum Teil von der neuen Ordnung und den neuen Formen, die sie zur Begründung ihres Staates und zu ihrer Sicherheit einführen müssen.``, Kap.6

,,Cesare Borgia galt als grausam; trotzdem hatte diese Grausamkeit die Romagna wiederhergestellt, geeint und wieder zu Frieden und treuer Ergebenheit gebracht.``, Kap.17

Der nüchterne Tonfall, in dem er den Fürsten davon abrät verhaßt zu werden, ist nicht als eine weitere Form einer durchtriebenen Listigkeit eines rücksichtslosen, machtverherlichenden Staatstheoretikers zu werten, sondern als dringlich vorgebrachte Aufforderung eines Bürgerlichen an die Feudalherren/Fürsten (in Machiavellis Falle die Medici). Machiavelli bringt seine Thesen in angemessener Formulierung (vorsichtig und zurückhaltend) den Fürsten (die, wie es seiner Zeit entsprach, um so viel höher standen als er selbst) näher. Sei sollten nach der Konsolidierung gerecht, ehrenhaft, rücksichtsvoll und maßvoll regieren. Somit erklärt sich Machiavellis emotionsloser, einem unaufgeklärten Leser kalt und grausam erscheinender Schreibstil. DERRST sollte nicht als Provokation aufgefaßt werden.

Zwar liest sich der Text wie die Betriebsanleitung eines Videorecorders, dennoch bringt Machiavelli oft seine staatsbürgerlich geprägten Tendenzen ein. Er versucht diese unauffällig zu verpacken, dennoch läßt er manchmal seinen Zynismus durchblicken. Besonders beißend allerdings läßt er seinem Spott für Kirchenstaaten freien Lauf, bei denen er ebenso die fehlende Legitimation und Kompetenz zur Fürstengewalt vermißt, wie auch den Willen des Volkes sich von dieser Mißwirtschaft frei zu machen. Er kritisiert des Volkes Dummheit, welches aufgrund von Glauben und Tradition die Kirche weiter verehrt und die Patriarchen im Amt läßt.

,,Nur sie [die Kirchenfürsten] sind Alleinherrscher im Staat und verteidigen ihn nicht; sie haben Untertanen und regieren sie nicht; und obwohl ihre Staaten ungeschützt sind, werden sie ihnen nicht genommen; und obwohl ihre Untertanen nicht regiert werden, kümmern sich diese nicht darum und denken nicht daran, sich ihnen zu entziehen; (...)``, Kap.11

,,(...); denn da diese Fürstentümer von Gott errichtet und erhalten werden, würde es ein Zeichen von Anmaßung und Vermessenheit sein, darüber zu räsonieren.``, Kap.11

Insgesamt läßt sich das obengenannte in der Kommentierung des konservativen preußischen Geschichtsschreibers Leopold von Runke (19. Jht) zusammenfassen:
,,Machiavelli suchte die Heilung Italiens, doch der Zustand desselben schien ihm so verzweifelt, daß er kühn genug war, ihm Gift zu verschreiben.``
Machiavelli beweist seine herausragende staatstheoretische Vorsehungskraft aber noch an andere Stelle.
,,Ferner muß ein Fürst immer der Tüchtigkeit zugetan sein und die Hervorragenden jedes Faches belohnen. (...) [ohne das sich] nicht der Eine davor scheut, seine Besitzungen zu erweitern, aus Angst, sie könnten ihm weggenommen werden, und der andere, einen Handel aufzumachen, aus Furcht vor den Steuern; sondern er muß Auszeichnungen für die bereitstellen, die so etwas tun wollen und auf irgendeine Weise seine Stadt und den Staat bereichern.``, Kap.21
Im weiteren Sinne könnte man Machiavelli laut des Zitates als Vordenker der freien Marktwirtschaft bezeichnen. Diese wurde zwei Jahrhunderte später von Adam Smith ( tex2html_wrap_inline388 1723, tex2html_wrap_inline390 1790) entwickelt. Diese geht vom Prinzip des freien Wettbewerbs aus, frei von staatlicher Lenkung. Der Staat übernimmt die Rolle eines Beobachters und Bewachers (Nachtwächterstaat). Adam Smiths Theorien bestimmten die wirtschaftpolitische Gestaltung aller Industrienationen des 19. Jahrhunderts und bestimmen noch heute in wirtschaftpolitischen Konzeptionen konservativer Parteien (CDU, Republicans/USA, Conservatives/GB). Seine Ideen finden nämlich auch noch ihren Platz in der stark modifizierten sozialen Marktwirtschaft (nach Müller-Armack, Freiburger Schule), für die die CDU und vernünftige Teile der SPD sich entgegen der sozialistischen Planwirtschaft entschieden. Ein Teil dieser Theorien finden sich auch in Machiavellis Der Fürst wieder, wenn auch der zweite zentrale Grundgedanke Adam Smiths fehlt: Das individuell egoistische Interesse des Einzelnen vom naturrechtlichen Blickpunkt, in welchem das Individuum durch Vermehrung seines eigenen Wohlstandes zum Wohle aller beiträgt. Machiavelli kann sich aber, getreu seinem Zeitalter, nichts anderes als eine Monarchie, verbunden mit einer Feudalherrschaft oder ähnlichen Oligarchien vorstellen (anders als ein Adam Smith, der einen starken 3. Stand gewohnt war). Laut Machiavelli sollen Monarch und Bürgertum stark miteinander verkettet sein. Der Bürger hat sich bedingungslos in die Dienste des Staates stellen, ebenso wie der Fürst, sollten sich die Bürger verdient machen, die Dienste des Volkes belohnen soll.
,,Daher muß ein kluger Fürst eine Form ausfindig machen, bei der seine Bürger immer und in jeder Lage den Staat nötig haben; und sie werden ihm dann immer treu und ergeben sein``, Kap.9

,,(...); sondern er muß Auszeichnungen für die [Bürger] bereitstellen, die so etwas tun wollen und auf irgendeine Weise seine Stadt und den Staat bereichern.``, Kap.21
(siehe vorhergehende Zitierung der selben Stelle)

Ist der Fürst intelligent, gutartig und charismatisch (wovon Machiavelli offenbar nicht viele kannte), so fällt ihm dies leicht. Ist ein Fürst dies aber nicht, so muß der Fürst auch zu den schlimmen Mitteln greifen, die Machiavelli beschreibt, um das Wohl des Staates und der Bürger zu erreichen. Im Gegensatz zu seinem Titel beweist sein Werk Machiavellis Vorliebe für das Bürgertum. Machiavelli ist zwar der Meinung, daß nur eine Fürst es schaffen kann, einem Staat zu Ruhe, Ordnung, Sicherheit und angemessener Gesetzgebung verhelfen kann, dennoch ist der 3. Stand am wichtigsten. Alle seine Ratschläge, die vordergründig dem Wohle des Fürsten dienen, dienen ebenso, oder vor allem dem Wohle des Bürgertums. Zustände wie oben beschrieben, oder der freien wirtschaftlichen Individualität sollten allerdings erst zwei bis drei Jahrhunderte später zu den Forderungen des aufstrebenden Bürgertums werden. Machiavelli sah vielleicht voraus, daß das Bürgertum die Feudalherren irgendwann ablösen würde. Zumindest möchte er die Gleichstellung des Bürgertums gegenüber den Fürsten erreichen. Er versucht seine Tendenz zum Bürgertum nicht allzu offensichtlich darzustellen, läßt sich aber trotzdem ab und zu zu deutlichen Kommentaren hinreißen.
,,(...) denn das Ziel des Volkes ist viel sittlicher als das der Großen: diese wollen unterdrücken und jenes nur nicht unterdrückt werden.``, Kap.9
Er wünschte sich ebenso eine wirtschaftliche wie auch kulturelle Entfaltung des 3. Standes.
,,Ferner muß ein Fürst immer der Tüchtigkeit zugetan sein und die Hervorragenden jedes Faches belohnen. Er soll seine Bürger anregen, ruhig ihrer Beschäftigung im Handel, in der Landwirtschaft und jedem anderen Gewerbe nachzugehen, (...)``, Kap.21
Machiavelli zeigt sich außerdem in ganz entschiedenem Maße geprägt von den geistigen und kulturellen Einflüssen seiner Zeit. Er ist ein typischer Intelektueller der Renaissance (von rinascimento = Wiedergeburt), einer geistigen Kulturrevolution des 15. und 16. Jahrhunderts. In ihr wurde, ausgehend von Italien, die Wiederbelebung der Antike betrieben, was eine geistige Umformung des Welt- und Menschenbildes mit sich brachte. Machiavellis starke Beeinflussung durch diese Bewegung, obwohl sie eher noch an ihrem Beginn stand, zeigt sich allein an der Tatsache, daß er oft Handlungen und Lebensweise antiker Persönlichkeiten wie Schriftstellern, Kriegern und Herrschern beschreibt und zitiert. Die Renaissance förderte auch den menschlichen Drang nach wissentschaftlichen Entdeckungen und sonstig gearteten neuen Erkenntnissen, entgegen dem Geiste des Mittelalters, in welchem man technischen, politischen und geistig/theologischen Fortschritt mit vielen Maßnahmen entgegenwirkte. Stark beeinflußt von der Renaissance zeigt sich auch ein Shakespeare ( tex2html_wrap_inline388 1564, tex2html_wrap_inline390 1616) in dessen klassischen Dramen es oft um die Auflehnung des einzelnen gegen das kulturelle Erbe des Mittelalters geht. Oft nehmen die Hauptrollen seiner Dramen (z.B. MACBETH ihr Schicksal in die eigenen Hände (Renaissance) und verstoßen somit gegen die göttliche Ordnung (mittelalterliches Weltbild). Meistens werden sie ihrehr gerechten Bestrafung zugeführt. Daraus ergibt sich aber genau das Gedankengut, welches die Renaissance-Bewegung fördern wollte: die Eigenbestimmung des Individuums, die Auflehnung gegen vorherbestimmte Schicksale, das Lenken der eigenen Geschicke, In-Die-Hand-Nahme des eigenen Schicksals. Eine göttliche Ordnung, in welcher sich jedes Lebewesen in die ihm zugewiesene Stellung oder Position zu fügen habe, wurde nicht mehr anerkannt. Mit einer Vielzahl von Kommentaren zeichnet sich Machiavelli als Vereinnahmter und Vorantreiber der Renaissance aus, z.B. in Kapitel 25, in welchem er beschreibt wie man Fortuna (oder der göttlichen Vorsehung/ Schicksal) entgegenwirken kann, oder in seinem 26. Kapitel, welches einen feurigen Apell an die Medici enthält, Italien von den Fremdherren zu befreien und zu vereinigen.
,,Daher beugten die Römer immer vor, weil sie Ereignisse voraussahen, (...). (...) Ihnen mißfiel jenes Wort, daß jeder sagt und das die weisen Leute unserer Tage im Munde Führen: `Kommt Zeit,kommt Rat';(...)``, Kap. 3

,,Ich meine daher, daß es besser sei, stürmisch als vorsichtig zu sein; denn Fortuna ist ein Weib, und wenn man sie unterwerfen will, muß man mit ihr streiten und kämpfen. Man weiß, daß sie sich eher von Stürmischen besiegen läßt als von jenen, die kalt erägend vorgehen.``, Kap. 25

,,Seht, wie es Gott bittet, daß er doch jemanden sende, der es von der Grausamkeit und der Qual der Barbaren befreie. Seht auch, wie es durchaus bereit und geneigt ist, einem Banner zu folgen, wofern es nur einer ergriffe.``, Kap. 26

Kapitel 1: Wieviel Herrschaftsformen es gibt und wie man eine Herrschaft erwirbt

Kapitel 2: Von den erblichen Herrschaften

Kapitel 3: Von den vermischten Fürstenherrschaften

Die sechs Fehler Ludwigs XII. in Italien:
  1. Vernichtung der minder Starken
  2. vermehrte die Macht der ohnehin Starken (Kirche/Papst)
  3. stattete einem weiteren Landesfremden mit Macht aus (König vom Spanien)
  4. er schlug seine Residenz nicht in Italien auf
  5. er errichtete keine Kolonien
  6. er enteignete die Venetianer.
    ,,Wer die Ursache dazu ist, daß ein anderer mächtig wird, der gräbt sich selbst das Grab.``

Kapitel 4: Warum das von Alexander eroberte Reich des Darius nach seinem Tode von seinen Nachfolgern nicht abgefallen ist

a)
Ein Fürstenstaat mit absolutem Monarchen ist schwer zu erobern, weil sie staatsbürgerliche Loyalität sich auf einen Mann konzentriert. Bei einer erfolgreichen Eroberung muß man allerdings nur das Herrschergeschlecht vernichten, um die Eroberung zu sichern. Als Beispiel: Herrschaftsstruktur des Osmanischen Reiches.
b)
In Fürstenstaaten mit Teilfürstentümern bestehen getrennte Loyalitäten (Monarch/Regionalfürst). Man kann leicht in diesen Fürstenstaat eindringen (unzufriedener Regionalfürst), allerdings Schwierigkeiten bei der Niederhaltung der verschiedenen Regionalfürsten, auch nach der Vernichtung des Herrschergeschlechtes. Als Beispiel: Frankreich (König/Adel)

Kapitel 5: Auf welche Weise man die Städte oder Fürstentümer regieren muß, die vor ihrer Eroberung nach eigenem Gesetz lebten

Kapitel 6: Von neuen Herrschaften, die man durch eigene Waffengewalt und Tüchtigkeit erobert

Kapitel 7: Von neuen Herrschaften, die man mit fremder Waffengewalt und durch Glück gewinnt

Kapitel 8: Von denen, die durch Verbrechen zur Herrschaft gelangt sind

Kapitel 9: Vom Volksfürsten

Zum Volksfürsten wird man durch die Volksgunst oder die Gunst der Großen.

,,Es ist immer so, daß das Volk nicht von den Großen beherrscht und unterdrückt zu werden wünscht und daß die großen Herren über dem Volk seien und es knechten wollen. Aus dem Kampf dieser Richtungen entstehen in einer Stadt Alleinherrschaft, Freiheit oder Zügellosigkeit.``
Die Großen erheben dann einen Fürsten aus ihrer Mitte, wenn es gilt, das Volk besser kontrollieren zu können. So ein Fürst kann sich aber nicht leicht halten. Ein Volksfürst vermag Loyalität anzuziehen und außerdem das Volk besser zufriedenzustellen.
,,Außerdem kann man die Großen nicht in Ehren, und ohne den anderen Unrecht zu tun, zufriedenstellen, wohl aber das Volk; denn das Ziel des Volkes ist viel sittlicher als das der Großen: diese wollen unterdrücken, und jenes nicht nur unterdrückt werden.``
Der Fürst kann ohne die Großen regieren, da er alle Tage welche dazu machen kann. Die Großen muß man auf zwei Arten behandeln, unter dem Gesichtspunkt, ob sie für oder gegen dich sind. Die, die gegen dich sind, muß man nach Möglichkeit benutzen oder, wenn sie aus Ehrgeiz gegen dich handeln, als Feinde betrachten. Ein Volksfürst muß Freundschaft mit dem Volk halten. Ein Fürst der Großen muß sich die Freundschaft des Volkes erschleichen. Gute Maßnahmen machen denjenigen, von dem man im vorhinein Schlechtes erwartet hat (von den Großen oktrohierter Fürst), populär.
,,Ich komme nun zu dem Schluß, daß ein Fürst mit seinem Volk befreundet sein muß; sonst hat er keine Hilfe im Unglück.``

Kapitel 10: Wie man die Kräfte aller Fürstentümer zu bemessen hat

Kapitel 11: Von den geistlichen Fürstentümern

Kirchenstaaten halten sich aufgrund von Tradition und Gottesfurcht ewig und unantastbar.

Kapitel 12: Von den Heeresarten und Söldnerheeren

Ein Fürst muß gute Grundlagen haben. Fundament alter, wie neuer Staaten, sind gute Gesetze und fähige Truppen. Das eine setzt das andere voraus. Söldner sind als Truppe gefährlich und lockern das Staatsfundament.

,,(...), denn sie sind uneinig, ehrgeizig, disziplinlos und untreu, überheblich den Freunden und feig dem Feind gegenüber; sie sind ohne Furcht vor Gott und ohne Treue gegen die Menschen.``

,,Du schiebst deinen Untergang so lange auf, wie du den Angriff aufschiebst; im Frieden wirst du von ihnen ausgeplündert und im Kriege von deinem Feinde.``

Söldner wollen nur des Soldes wegen deine Soldaten sein und sind nur im Frieden treu.
,,Rom und Sparta sind viele Jahrhunderte durch ihre [Volks]heere freigeblieben.``
Ehrgeizige, erfolgreiche Söldnerführer trachten auch danach, die Herrschaft an sich zu reißen. Venedig z.B. verlor durch Söldnerheere an einem Tag, wofür man achthundert Jahre gekämpft hatte.

Kapitel 13: Von Hilfstruppen, gemischten Truppen und Volksheeren

Kapitel 14: Was ein Fürst im Kriegswesen zu beachten hat

Die Kriegsführung ist die einzige Kunst, die man von Befehlenden (Fürsten) erwartet. So ist es auch zu erklären, wie andere, die diese Kunst beherrschen und keine Geburtsfürsten sind, Fürsten werden, und Geburtsfürsten, die die Kunst nicht beherrschen, ihren Thron verlieren können. Erster Grund für den Verlust eines Landes ist die Vernachlässigung der Kriegskunst, erste Voraussetzung für den Neuerwerb eines Landes ist die Perfektion der Kriegskunst.

,,Weil Francesco Sforza gerüstet war, wurde er, der Privatmann, zum Herzog von Mailand; seine Söhne, die Herzöge waren, wurden Privatleute, weil sie Waffenübungen scheuten``
Ein unbewaffneter Fürst wird von Nachbarstaaten verachtet und kann sich niemals sicher fühlen. Denn auf der einen Seite besteht Mißtrauen, auf der anderen Verachtung. Ein Fürst, der von der Kriegsführung nichts versteht, wird zudem von den eigenen Soldaten verachtet.

Kapitel 15: Wodurch die Menschen und besonders die Fürsten Lob und Tadel erwerben

,,Aber da es meine Absicht ist, etwas nützliches für den zu schreiben, der es versteht, scheint es mir angemessener, der wirklichen Wahrheit der Tatsachen nachzugehen, als den Warngebilden jener Leute.``
Wer das Leben nicht so sieht, wie es ist, sondern wie es sein sollte, arbeitet auf seinen eigenen Ruin hin. Ein ausschließlich guter Mensch wird inmitten der großen Überzahl schlechter Menschen untergehen. Ein Fürst, der sich halten will, muß lernen, schlecht zu sein und davon, je nach Bedarf, gebrauch machen.

Kapitel 16: Von der Freigiebigkeit und der Sparsamkeit

Kapitel 17: Von der Grausamkeit und dem Mitleid und ob es besser sei, geliebt als gefürchtet zu werden

Kapitel 18: Wie die Fürsten ihr Wort halten sollen

Kapitel 19: Verachtung und Haß sind zu meiden

Kapitel 20: Ob Festungen und andere gewöhnliche Maßnahmen der Fürsten nützlich sind oder nicht

Kapitel 21: Was ein Fürst tun muß, um zu Ansehen zu kommen

Kapitel 22: Über die Minister der Fürsten

Kapitel 23: Wie Schmeichler zu fliehen sind

Kapitel 24: Warum die Fürsten Italiens ihre Herrschaft verloren haben

Kapitel 25: Wieviel Fortuna in den menschlichen Dingen vermag und wie man ihr entgegenwirken kann

Kapitel 26: Aufruf zur Befreiung Italiens von der Barbaren

Nachwort

Der größte Fehler, den wir Machiavelli antun können, ist, ihn, und seinen Text, nicht im Kontext seiner Zeit zu betrachten. Immer wieder wurde sein DERRST für zumeist verbrecherische Absichten mißbraucht, wenn Regime und Diktaturen sich auf ihn beriefen, ohne die volle Größe und Reichweite seines Werkes zu beachten (siehe Vorwort), und ohne die Zeit zu beachten, in der er DERRST schrieb. So ist es unmöglich, Machiavellis Vorstellungen auf die heutige Zeit in irgendeiner Form zu übertragen, außer man pickt sich einzelne Standpunkte heraus (und dabei natürlich diejenigen, die einem am dienlichsten sind), und vergißt alles darüberhinausgehende. (Näheres siehe Vorwort)

Durch alle Zeiten hindurch haben Könige, Königinnen und andere Monarchen und Regierungssysteme Machiavelli bewußt oder unbewußt angewendet, was beweist, daß DERRST teilweise nur eine Tatsachenbeschreibung von Regierungsmethodik ist. So zeigt sich, daß besonders allgemein als ,,groß`` bezeichnete Monarchen gezwungen waren, Machiavellismus anzuwenden. Ein Beispiel wäre Königin Elisabeth I. von England (1533 - 1603). Diese belog und betrog König Phillip von Spanien. Jener war zuvor mit Elisabeths Schwester bis zu deren Tod verheiratet ( ,,Bloody``- Mary), und war somit daran interessiert, auch Elisabeth zu heiraten, um sich wieder König von England nennen zu können. Elisabeth hielt ihren Umwerber mit geschickten Hinhaltetaktiken von sich fern. Sie heuchelte zwar Interesse, vertröstete Phillip aber immer wieder auf spätere Zeitpunkte. Währenddessen schickte sie ihre berühmten Freibeuter (aus spanischer Sicht Piraten) aus, auf das sie die Reichtümer Spaniens in Übersee plünderten. Zu dieser Zeit war England nicht an einer offenen Konfrontation mit Spanien interessiert, und hätte sie wohl auch kaum überlebt. Deshalb mußte Elisabeth Phillip betrügen, um auf seine Kosten England zu Größe zu verhelfen. Elisabeths berühmtester ,,Pirat`` war Francis Drake, der, nachdem er die spanischen Kolonien an der amerikanischen Westküste ausgeplündert hatte, und die Welt umsegelt hatte, bei seiner Rückkehr nicht wie von Spanien gefordert enthauptet, sondern in den Adelsstand erhoben wurde. Phillip übertrug seinem General Medina Sidonia den Befehl über die Armada, welche den Auftrag hatte, England zu erobern. Elisabeth vergab das Oberkommando über ihre Flotte aber nicht dem Rang nach, sondern der Befähigung nach, und hielt sich somit wiederrum an Machiavellis Denkweisen. Die englische Flotte siegte (1588) über die zahlenmäßig haushoch überlegene Armada, da sowohl die englischen Offiziere qualifizierter waren, wie auch ihre Flotte wesentlich moderner als die spanische war (ebenfalls Machiavellinismus).

Ein weiteres Beispiel liefert uns König Ludwig XIV. von Frankreich (Sonnenkönig, (1638 -1715). Dessen absolutistisches Herrschaftssystem verwirklicht wohl am besten Machiavellis Vorstellung von einem Fürsten, der die entscheidenden Zügel seines Landes fest in der Hand halten soll, und dessen Entscheidungsgewalt unanfechtbar sein soll. Dafür standen Ludwig beratend der Ministerrat und die Notablenversammlung zur Seite. Die Gerichte, die bürgerlich geprägt waren, hatten Möglichkeiten königliche Beschlüße abzulehnen, oder sie zumindest zu verzögern. Ludwigs Entmachtug des Adels zeigt seine Orientierung in Richtung Bürgertum, ähnlich wie es Machiavelli vorschwebte. Das unter Ludwig praktizierte Handelssystem des Merkantilismus stellt allerdings eher das Gegenteil zum Machiavellismus dar, welcher ja eher in Richtung freie Marktwirtschaft, wenn auch in abgeänderter Form, tendiert. Der Merkantilismus sollte im 19. Jahrhundert durch eben diese abgelöst werden. Sogar Herrscher, die sich offen gegen Machiavelli ausgesprachen, wendeten ihn später an. So zum Beispiel Friedrich II. von Preussen (Der Große), der in seiner Jugendzeit einen Anti-Machiavelli verfasste, aber ohne die Anwendung des Machiavellismus (vor allem im Sieben Jährigen Krieg) heute wohl kaum Der Große genannt werden würde.

Sogar seinen scheinbar heftigsten Gegnern kann man vorwerfen, sich an Machiavelli gehalten zu haben, wenn die Not es von ihnen verlangte. So stimmte zum Beispiel die SPD 1914 dem sogenannten Burgfrieden zu, also einer Budgeterhöhung im Reichstag, welche den ersten Weltkrieg ermöglichte. Man beugte der von konservativer Seite geschürten Kriegs-Euphorie, und der daraus resultierenden Stimmung im Volke wider besseren Wissens, weil eine unpopulärere Entscheidung die SPD, die zu der Zeit ohnehin an Profilverlust litt, vielleicht eine Unmenge von Wählerstimmen gekostet hätte. Um dies zu kommentieren, zitiere ich einfach Machiavelli:

,,(...), denn wenn jene Partei, mag es das Volk, die die Armee, oder die Großen sein, die du deiner Meinung nach zur Erhaltung nötig hast, verdorben ist, so mußt du wohl ihrer Laune folgen, um sie zu befriedigen, und dann wären dir gute Handlungen schädlich`` (Kap.19)

Machiavelli beschreibt unvermeidliche politische Tatsachen, an welchen keine Monarchie, Oligarchie oder demokratische Regierungsform vorbeikommt. Machiavelli will, im Gegensatz zu weitläufigen (und uninformierten) Meinungen, nicht das Wohle einzelner (der Fürsten) fördern, sondern das Wohle aller, und dabei besonders das des Bürgertums. Er stuppst in allen Kapiteln und Passagen in denen es es darum geht ,,nicht verhaßt zu werden`` den Fürsten mit der Nase darauf, daß sein Wohl und Wehe vom Volke abhängt. Wer Machiavelli komplett liest, wird ihn nicht andersherum interpretieren können. Um das Wohl des Volkes zu erreichen muß ein Fürst ab und an auch unpopuläre Entscheidungen fällen. Solche müssen aber auch demokratischen Abgeordnete (wie zum Beispiel die der Bundesrepublik) fällen können. Daher wurde ein freies Mandat für Abgeordnete gesetzlich festgelegt, damit sie jederzeit die Möglichkeit haben, den wahren Volkswillen herauszufinden (auch wenn dieser nicht der aktuellen Meinung im Volke entsprechen sollte, und danach zu entscheiden, auch wenn die Entscheidung absolut unpopulär sein sollte.

Machiavellis erstaunliche und nahezu nihilistische Einsicht in die Schlechtigkeit der Menschheit, beruht, womit sich der Kreis schließt und ich wieder auf den Ausgangspunkt zurückkomme, auf dem Bild, welches die Menschheit in seiner Zeit abgab. Dieses war sicherlich ein ziemlich trauriges (siehe auch Vorwort). Sicherlich treffen manche von Machiavellis Aussagen nichtsdestotrotz heute noch zu, denn auch heute kann man nicht behaupten, die Menschheit wäre durch und durch gut. Schlechte Menschen gab es damals, wie heute, und es wird sie immer geben.

Vieles hat sich aber doch verändert, und so sollte man aus der Lektüre Machiavellis lernen, sich kopfschüttelnd bedanken daß man in unserer Zeit leben darf (jedenfalls politisch gesehen), und nicht versuchen ihn wortgetreu auf heute zu übertragen.

Literatur

1
Niccolò Machiavelli, DERRST, 1980 VMA-Verlag Wiesbaden.
Mit einem Vorwort und Anmerkungen vom Herausgeber Werner Bahner.
2
Niccolò Machiavelli, PRINCIPELE, Bucuresti 1960.
3
Niccolò Machiavelli, DERRST, Meiners philosophische Bibliothek, 1924 Leipzig
4
HERDERS BILDUNGSBUCH, Der Mensch in seiner Welt, 1953 Verlag Herder Freiburg.
CREDITS:
MR (nicht MERCIFUL RELEASE, sonder Matthias Schweinke), AKS (``Turn-Over''), SB (wann machst du die Tür sauber?!), The Sisters Of Mercy, SKI, Melanie S. (danke!), Papi & Mami , CE (kaufst du die Schläger nun?), CK (Autofahren kann er nicht, aber sonst ganz nett), Hotty (Mr. 100%), N. Schwager (na, Surflehrer), MMS (ich vermisse Englisch, manchmal Geschichte, und die Abi-Nacht), 1.FC Köln, Deine Lakaien, The Mission, NM (mein erster Trink-Bruder), BS (danke für das Übernachtungsheim um 4 Uhr morgens), AK (einmal Döner, Teppichhändler. Was machen die Souvenirs), Sascha S. (Du bist zu geil für diese Welt), Tom, Werner, Jens, Dirk, den Papst und alle die mich sonst noch liebhaben.

Über dieses Dokument ...

Niccolò Machiavelli - Der Fürst

This document was generated using the LaTeX2HTML translator Version 96.1 (Feb 5, 1996) Copyright © 1993, 1994, 1995, 1996, Nikos Drakos, Computer Based Learning Unit, University of Leeds.

The command line arguments were:
latex2html -split 0 machi.tex.

The translation was initiated by Stephan Ilaender on Mon Sep 9 17:03:04 MET DST 1996


Stephan Ilaender
Mon Sep 9 17:03:04 MET DST 1996


powered by layline